Ratgeber Reisekosten
Übernachtungskosten 2026: Hotel richtig absetzen
Übernachtungskosten sind die Aufwendungen für eine beruflich veranlasste auswärtige Übernachtung, die als Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 5 EStG) oder Werbungskosten abgesetzt werden können. Selbstständige setzen die tatsächlichen Kosten mit Hotelbeleg an, Arbeitnehmer können alternativ die Pauschale von 20 € pro Nacht nutzen. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln für 2026: Frühstück aufsplitten, MwSt-Sätze und typische Fehler.
Kurz zusammengefasst
- • Selbstständige: nur tatsächliche Kosten mit Beleg absetzbar (keine Pauschale).
- • Arbeitnehmer: Pauschale von 20 € pro Nacht ohne Beleg möglich.
- • Hotel-MwSt seit 2026: Übernachtung und Frühstücksspeisen 7 %, Getränke und andere Zusatzleistungen 19 %.
- • Frühstück nicht separat auf Rechnung? Pauschal 5,60 € (20 % von 28 €) abziehen.
- • tripfix berechnet die Aufsplittung automatisch und erstellt eine fertige Abrechnung als PDF.
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Erste Reise abrechnenAls Selbstständiger setzt du die echte Hotelrechnung an. Die Pauschale gibt es nur vom Arbeitgeber.
- Pauschale pro Nacht im Inland, nur Arbeitgeber-Erstattung
- 20,00 €
- Frühstück nicht getrennt ausgewiesen: Abzug
- −5,60 €
1. Grundregel: Tatsächliche Kosten statt Pauschale
Für Freelancer und Selbstständige gilt: Übernachtungskosten werden nur in tatsächlicher Höhe als Betriebsausgabe anerkannt. Du brauchst also immer eine Hotelrechnung oder einen vergleichbaren Beleg. Eine Pauschale ohne Nachweis gibt es für Selbstständige nicht.
Das unterscheidet die Übernachtung vom Verpflegungsmehraufwand. Beim VMA reicht die Abwesenheitsdauer als Nachweis, bei der Übernachtung braucht das Finanzamt den Beleg.
Die Rechtsgrundlage ist § 4 Abs. 5 EStG für Selbstständige und § 9 Abs. 1 EStG für Arbeitnehmer.
2. Die Übernachtungspauschale von 20 €
Die Übernachtungspauschale beträgt 20 € pro Nacht im Inland. Diese Pauschale können ausschließlich Arbeitgeber nutzen, um ihren Mitarbeitern Übernachtungskosten steuerfrei zu erstatten, ohne dass ein Beleg vorgelegt werden muss.
Für Selbstständige, Freelancer und Arbeitnehmer, die ihre Übernachtungskosten selbst in der Steuererklärung geltend machen, gilt die Pauschale nicht. Hier zählen ausschließlich die tatsächlichen Kosten mit Originalbeleg.
| Personenkreis | Abrechnungsart | Beleg nötig? |
|---|---|---|
| Selbstständige / Freelancer | Tatsächliche Kosten | Ja, immer |
| Arbeitnehmer (eigene Steuererklärung) | Tatsächliche Kosten | Ja, immer |
| Arbeitgeber-Erstattung an AN | Pauschale 20 € oder tatsächlich | Nein (bei Pauschale) |
3. Hotelrechnung mit Frühstück aufsplitten
Bucht man ein Hotelzimmer mit Frühstück, müssen die Kosten aufgeteilt werden. Der Grund: Das Frühstück gehört zum Verpflegungsmehraufwand, nicht zu den Übernachtungskosten. Außerdem gelten unterschiedliche Mehrwertsteuersätze.
Wenn das Hotel das Frühstück separat ausweist: Den ausgewiesenen Betrag für das Frühstück von der Rechnung abziehen. Der Rest ist die reine Übernachtung.
Wenn das Frühstück nicht separat ausgewiesen ist: Pauschal 5,60 € abziehen. Dieser Betrag entspricht 20 % der vollen Tagespauschale von 28 € für den Verpflegungsmehraufwand.
Rechenbeispiel: 3 Nächte mit Frühstück
Hotelrechnung gesamt: 330,00 €
Frühstück nicht separat ausgewiesen
Abzug: 3 × 5,60 € = 16,80 €
Absetzbare Übernachtungskosten: 313,20 €
Gleichzeitig kürzt das Frühstück den Verpflegungsmehraufwand für den betreffenden Tag um 5,60 €. Die Kürzung bezieht sich immer auf die volle Tagespauschale von 28 €, auch an An- und Abreisetagen.
4. Mehrwertsteuer: wann 7 %, wann 19 %
Seit 2010 gilt für Hotelübernachtungen in Deutschland der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 %. Seit dem 1. Januar 2026 gilt der ermäßigte Satz außerdem dauerhaft für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG), also auch für das Frühstück im Hotel. Ausgenommen sind Getränke.
Mit 19 % werden weiterhin besteuert:
- Getränke, auch Kaffee und Saft zum Frühstück und die Minibar
- Wellness, Spa und Fitnessbereich
- Parkplatz (wenn separat berechnet)
- Telefon und Pay-TV
- Wäscheservice
Viele Hotels fassen solche Leistungen in einem Sammelposten zusammen, etwa „Business-Package“ oder „Servicepauschale“. Die Finanzverwaltung beanstandet seit 2026 nicht, wenn das Hotel dafür 15 % des Pauschalpreises ansetzt, vorher waren es 20 %.
Für den Vorsteuerabzug zählt, was auf der Rechnung steht. Vorsteuerabzugsberechtigte Selbstständige ziehen die ausgewiesene Steuer je Steuersatz ab: 7 % auf Übernachtung und Speisen, 19 % auf Getränke und die übrigen Zusatzleistungen.
5. Was zählt als Übernachtungskosten?
Neben der reinen Zimmermiete zählen auch bestimmte Nebenkosten zur Übernachtung:
| Absetzbar als Übernachtung | Nicht absetzbar als Übernachtung |
|---|---|
|
|
6. Airbnb, Ferienwohnung und Privatunterkunft
Ob Hotel, Pension, Hostel, Ferienwohnung oder Airbnb: Die Unterkunftsart spielt steuerlich keine Rolle. Entscheidend ist die berufliche Veranlassung der Reise und ein ordnungsgemäßer Beleg.
Bei Buchungen über Plattformen wie Airbnb gilt die Bestätigungs-E-Mail mit Rechnungsdetails als Beleg. Allerdings weisen private Vermieter in der Regel keine Umsatzsteuer aus, sodass ein Vorsteuerabzug entfällt.
Bei Ferienwohnungen mit Küche entfällt die Frühstücksproblematik. Es gibt nichts aufzusplitten. Der volle Mietpreis ist als Übernachtungskosten absetzbar.
7. Übernachtungskosten im Ausland
Im Ausland gelten grundsätzlich die gleichen Regeln: Selbstständige setzen die tatsächlichen Kosten an. Für die steuerfreie Arbeitgebererstattung gibt es länderspezifische Übernachtungspauschalen, die das BMF jährlich im Dezember veröffentlicht.
Die Übernachtungspauschalen im Ausland unterscheiden sich erheblich. Beispiele für 2026 (nur für AG-Erstattung, nicht für Selbstständige):
| Land | Übernachtungspauschale |
|---|---|
| Frankreich | 105,00 € |
| Österreich | 117,00 € |
| Schweiz | 195,00 € |
| USA | 182,00 € |
| Spanien | 103,00 € |
| Niederlande | 167,00 € |
Quelle: BMF-Schreiben vom 05.12.2025 zu Auslandsreisekosten ab 01.01.2026. Die Tabelle zeigt den jeweiligen Landessatz; für einige Städte gelten abweichende Sätze. Weitere Länder findest du unter Auslandspauschalen 2026.
8. Belege und Aufbewahrungspflicht
Die Hotelrechnung ist der zentrale Beleg für Übernachtungskosten. Sie muss folgende Angaben enthalten:
- Name und Anschrift des Hotels
- Rechnungsdatum
- Übernachtungszeitraum (Check-in bis Check-out)
- Einzelpreis pro Nacht
- Gesamtbetrag mit Umsatzsteuerausweis
- Getrennte Ausweisung von Übernachtung und Frühstück
Seit der GoBD-Aktualisierung (BMF-Schreiben vom 11.03.2024) dürfen Belege digital archiviert werden. Ein Foto der Hotelrechnung ist ausreichend, wenn die Archivierung GoBD-konform erfolgt (unveränderbar, vollständig, zeitgerecht). Das Papierdokument darf danach vernichtet werden.
Aufbewahrungsfrist: Für Rechnungen, die ab dem 01.01.2025 ausgestellt werden, gilt eine Aufbewahrungsfrist von 8 Jahren (BEG IV). Für ältere Rechnungen gilt weiterhin die 10-Jahres-Frist.
9. Häufige Fehler
Frühstück nicht abgezogen
Das Frühstück gehört nicht zu den Übernachtungskosten. Wird es nicht herausgerechnet, ist die Abrechnung fehlerhaft. Entweder den ausgewiesenen Betrag abziehen oder pauschal 5,60 €.
Pauschale als Selbstständiger angesetzt
Die 20 € Pauschale gilt nur für die steuerfreie Arbeitgebererstattung. Selbstständige können sie nicht nutzen. Ohne Beleg gibt es keinen Abzug.
Falsche Mehrwertsteuer beim Vorsteuerabzug
Wer die vollen 19 % auf die gesamte Hotelrechnung als Vorsteuer geltend macht, liegt falsch. Übernachtung und Speisen werden mit 7 % besteuert, nur Getränke und die übrigen Zusatzleistungen mit 19 %.
Beleg fehlt oder ungültig
Ohne ordnungsgemäße Rechnung kein Abzug. Eine Kreditkartenabrechnung oder Buchungsbestätigung reicht nicht aus. Es muss eine Rechnung des Hotels vorliegen.
10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Können Selbstständige die Übernachtungspauschale von 20 € nutzen?
Nein. Die Pauschale gilt nur für die steuerfreie Erstattung durch den Arbeitgeber an Arbeitnehmer. Selbstständige und Freelancer setzen die tatsächlichen Kosten mit Beleg als Betriebsausgabe an.
Gibt es Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungspauschale zusammen?
Ja, beides sind getrennte Posten. Erstattet der Arbeitgeber die Übernachtung im Inland pauschal mit 20 € je Nacht (R 9.7 Abs. 3 LStR), darf er zusätzlich die Verpflegungspauschalen steuerfrei zahlen: 14 € für den An- und Abreisetag und 28 € für jeden vollen Tag. In der eigenen Steuererklärung gibt es dagegen nur die Verpflegungspauschale, die Übernachtung zählt dort mit dem Betrag laut Rechnung. Ohne Übernachtung gibt es Verpflegungsmehraufwand nur bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit: 14 €.
Wie wird ein Hotelzimmer mit Frühstück steuerlich aufgesplittet?
Das Frühstück gehört nicht zu den Übernachtungskosten und wird aus der Hotelrechnung herausgerechnet. Weist das Hotel den Frühstückspreis nicht separat aus, wird pauschal 5,60 € (20 % von 28 €) pro Frühstück abgezogen. Am Steuersatz ist das Frühstück seit 2026 nicht mehr zu erkennen, denn Speisen haben wie die Übernachtung 7 % MwSt.
Welcher Mehrwertsteuersatz gilt für Hotelübernachtungen?
Für die Übernachtung gilt der ermäßigte Satz von 7 %. Seit dem 1. Januar 2026 gilt 7 % auch für Speisen, also auch für das Frühstück. Getränke (auch zum Frühstück und aus der Minibar), Parken, Wellness und andere Zusatzleistungen werden weiter mit 19 % besteuert.
Kann ich Airbnb-Kosten als Betriebsausgabe absetzen?
Ja. Auch Ferienwohnungen und Privatunterkünfte über Plattformen wie Airbnb sind als Übernachtungskosten absetzbar, solange die Reise beruflich veranlasst ist und ein Beleg vorliegt.
Wie lange muss ich Hotelrechnungen aufbewahren?
Rechnungen die ab dem 01.01.2025 ausgestellt werden, müssen 8 Jahre aufbewahrt werden (BEG IV). Für ältere Rechnungen gilt noch die 10-Jahres-Frist.
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Alle Angaben basieren auf den aktuellen gesetzlichen Regelungen (Stand: Oktober 2026). Für die individuelle steuerliche Situation empfehlen wir die Rücksprache mit einem Steuerberater. Keine Steuerberatung, alle Angaben ohne Gewähr.